Ich brauche kein Glasfaser…

„Ich brauche kein Glasfaser“, „Mir reicht das Aktuelle“, „Glasfaser ist nur etwas für Firmen“

Solche und weitere Aussagen hört man dieser Tage häufig.

Mal aus der Vergangenheit heraus betrachtet müsste man dann aber auch sagen:

„Ich brauche keinen Wasseranschluss, wir haben einen Dorfbrunnen“,  „Ich brauche kein Auto, es gibt ja das Pferd“

Oder speziell auf Internet und Telefon bezogen:

„Man braucht kein Telefon, es gibt die Briefpost“,  „Ich brauche kein ISDN, ich habe einen analogen Anschluss“,  „DSL braucht man nicht, denn es gibt ja Analog und ISDN“, „Ich brauche kein VDSL, denn ich habe ja DSL“

So kann man die Liste immer weiter führen. Und mal ehrlich, wer geht heute noch zu einem Dorfbrunnen oder per analogem Modem ins Internet oder verschickt eine kurze Nachricht per Brief? Man nutzt SMS, E-Mail und WhatsApp. Mal ein Bild, Video oder Sprachnachricht verschicken, heutzutage normal, früher undenkbar.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann man zufrieden sein, was ist allerdings in zwei, drei oder fünf Jahren? Die Welt bleibt nicht stehen und dreht sich immer weiter und so ist es auch mit den Entwicklungen um uns herum. Mit bedenken sollte man, das der Um- oder Aufbau eines Netzes auch nicht von jetzt auf gleich geschieht. Das Dauert, daher wirkt eine Entscheidung von heute lange nach und wir sprechen hier von Jahren wenn nicht sogar Jahrzehnten.

Wer schon eine Weile mit einem Internetanschluss dabei ist, hat die eine oder andere Weiterentwicklung bereits erlebt. Hat man ursprünglich nur meist in Textform etwas nachgeschlagen, kamen mit mehr grafischen Darstellungen immer mehr Bilder sowie Videos und damit einhergehend höhere Datenmengen dazu. Heute telefonieren wir über das Internet, schauen Filme, erstellen Fotobücher und schicken sie in die Druckerei, Spielen online, erledigen Behördengänge und so vieles mehr. Surft jedes Mitglied der Familie im Netz kann das schnell eng werden. Konkrete Probleme können bereits trotz VDSL beobachtet werden:

„Lade ich etwas herunter, stockt der Stream meiner Frau“,  „Drucke ich im HomeOffice etwas aus, funktioniert der Fernseher (Stichwort Smart TV bzw. Streaming, Anmerkung des Autors) und das Internetradio nicht mehr“, „Schauen meine Kinder einen Film, kann ich oder meine Frau nicht noch einen anderen Film schauen“, „Verbinde ich mich mit dem Internet, fliegt mein Nachbar raus und umgekehrt ist es genauso“

Das sind nur ein paar Beispiele aus den Gemeinden. Wir haben es jetzt in der Hand, die Weichen für die Zukunft zu stellen!

Wird das Glasfasernetz ganz gleich von wem, es geht schließlich um das Medium und nicht um den Anbieter, realisiert, haben es alle Nachfolge-Generationen einfacher. Denn auch dieses neue Netz wird jahrzehntelang, wenn nicht sogar länger, bestehen und ebenso wie bislang das Kupfernetz seinen Dienst tun und weiterentwickelt werden. Während der Aufwand beim Kupferkabel allerdings immer größer wird, um noch etwas mehr Geschwendigkeit herauszuholen, ist ein Glasfasernetz aufgrund anderer Technik und völlig anderer physikalischer Grenzen komplett nach oben hin skalierbar. Oder mit den Worten eines Kollegen ausgedrückt: Es gibt nichts schnelleres als Lichtgeschwindigkeit!

Eigentlich sind wir alle bereits Glasfaser-Nutzer, denn das Rückgrad des Internets basiert seit 30 Jahren auf Glasfaser. Nur an der berühmt-berüchtigten sogenannten letzten Meile, also dem Teilstück zwischen Verteilerkasten an der Straße und dem Hausanschluss hängt es. Hier ist der Flaschenhals den es zu lösen gilt. Wie es der Huawei-Chef so treffend formuliert hat:

„No fiber, no future.“ Auf deutsch: „Kein Glasfaser, keine Zukunft.“

Das gilt auch für das viel beschworene 5G, dem zukünftigen Mobilfunkstandard, denn auch die Funkmasten werden per Glasfaser oder teils untereinander per Richtfunk versorgt.

Der erste Schritt ist entscheidend, nicht nur für den Einzelnen, sondern für uns alle und diejenigen die danach kommen! Daher Ja zum Glasfaserausbau!

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