Erst kam die Deutsche Glasfaser, dann kam die Deutsche Telekom (+mehr)

Pünktlich zum Wochenende mal etwas zum Schmunzeln:

Gestern war bei uns Hausbegehung zwecks des Anschlusses durch die Deutsche Glasfaser. Ich hatte mir zuvor Gedanken gemacht wo am einfachsten die Leitung reinkommen kann und wo HÜP sowie NT hingesetzt werden sollen. Bei uns ist das erfreulich einfach und es geht nur um ca. 10 m Leitungsweg von der Straße ins Haus. Der Mitarbeiter von der Firma Vancom-IT kam zeitig im vereinbarten Terminfenster, es ging schnell (keine 15 Minuten), war nett und passt soweit. Kurze Zeit später kam per Mail von Zener Telekom dann nochmals das unterzeichnete Protokoll an.

Gut 30 Minuten später stand dann völlig unangemeldet und um ehrlich zu sein für mich auch überraschend ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom in der Tür, der erzählte das man im Ort nun aufgerüstet hätte und nun VDSL mit 250 Mbit/s (Anmk. von mir: bis zu 250 Mbit/s im Download, bis zu 40 Mbit/s im Upload) möglich wären. Da wir schon eine Weile kein Telekom-Kunde und mit unserem jetzigen Anbieter zufrieden sind (der übrigens die Leitung ansich von der Telekom gemietet hat) sowie der Ausbau durch die Deutsche Glasfaser ansteht, von der wir ein vielfaches der „bis zu“ Leistung bekommen können war das Thema schnell geklärt.

Ferner bleibt bei dem Telekom-Angebot zu bedenken, das sich damit wieder nichts an der Kupferkabel-Infrastruktur ändert und eben die Geschwindigkeit mit bis zu 250 Mbit/s auch nur im Idealfall (Leitungslänge- und Qualität zum Kasten an der Straße, etc.) erreicht werden kann.

Grundsätzlich und rein technisch betrachtet immer wieder spannend was aus den alten Leitungen noch rausgeholt werden kann, aber der Aufwand auf beiden Seiten, vor allem im Kasten (DSLAM) wird auch immer umfangreicher (größere Kästen da mehr aufwendige Technik hinein muss, mehr Stromverbrauch und Abwärme wegen des Berechnungsaufwands für VDSL, da für jeden Anschluss das optimale Signal ermittelt wird). Hinzu kommt das je weiter weg man vom Kasten ist, es umso langsamer bzw. schlechter wird.

Apropos Distanz, Leitungsqualität und „bis zu“, ein kleiner Schwank aus einer Situation vom vergangenen Montag:

Etwas außerhalb von Aschaffenburg haben wir einen Kunden, zugegeben etwas abgelegen, aber schon lange mit Schwierigkeiten beim Internetanschluss. Die letzte Messung durch den Anbieter ergab, das nur das absolute Minimum, d.h. 384 Kbit/s, ankommt. Vor Ort betrachtet wurde dann zunächst ein Leitungsschaden festgestellt und bis zur finalen Klärung provisorisch behoben. Soweit so gut. Die daraufhin durchgeführte Messung ergab das nun ca. 6 Mbit/s ankommen, also schonmal besser. Vertraglich abgeschlossen ist ein ADSL 16 Mbit/s, mehr geht an diesem Standort einfach nicht da die Leitung zu lang (gemeint ist zu weit weg vom DSLAM) und zu alt ist, ankommen sollten eigentlich 11 Mbit/s (laut Anbieter), aber in der Vergangenheit als maximal möglich wurden 2 Mbit/s durch den Anbieter ermittelt. Der Anbieter ist übrigens 1&1, der wiederum die Leitung von der Deutschen Telekom gemietet hat.

Ok, viele Zahlen und alles etwas Durcheinander, hier mal der Geschwindigkeit nach:

  • 384 Kbit/s – Mit Leitungsschaden.
  • 2 Mbit/s – Sind laut Anbeiter maximal möglich (Stand: 2018).
  • 6 Mbit/s – Ohne Leitungschaden, die kommen auch tatsächlich an.
  • 11 Mbit/s – Sollten es laut Anbieter sein, kommen aber nicht an.
  • 16 Mbit/s – „Bis zu“ laut Leistungsbeschreibung des Vertrags.

Kurzum: „Bis zu“ ist immer schwierig und kann eine sehr breite Spanne umfassen. Alte und lange Leitungen, die zudem ggf. schon x-Mal geflickt wurden machen das Ganze auch nicht besser. Bei diesem Kunden läuft die Show mit dem Internetanschluss und Schwierigkeiten bereits seit 2014! An dieser Stelle würde eine Erneuerung der Leitung gut tun, die ist aber nicht in Sicht.

Man mag von der Deutschen Glasfaser aufgrund der überwiegend negativen Meldungen die man so liest halten was man möchte, wobei es mit Sicherheit auch viel gutes gibt, nur diejenigen „Schreien“ nicht so laut, aber wenigstens tut der Anbieter etwas. In Ermangelung einer Alternative bleibt einem zumindest in den WESPE-Gemeinden aktuell kaum etwas anderes übrig als es entweder so zu lassen wie es ist, aber damit geht es auf mittlere und lange Sicht kaum weiter oder eben sein Glück zu versuchen.

Bei der momentanen Entwicklung mit dem Corona-Virus bzw. Covid-19, Home Office (das jenseits von Corona bei vielen Unternehmen sogar bleiben und ausgebaut werden soll!) und Home Schooling, Tele-Medizin, Digitalisierung im Allgemeinen, mehr Streaming, Online-Gaming, usw. muss dringend in der Industrienation Deutschland etwas passieren. Mir persönlich ist es ziemlich egal wer Glasfaser ausbaut, Hauptsache es wird gemacht und funktioniert. Im Zweifelsfalls kann man immer noch auf Kupfer zurück und sich weiter Ärgern.

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